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Joseph Smith

joseph-smith-mormonJoseph Smith, Jr. war Religionsstifter und Gründer der Mormonenkirche, die mit richtigen Namen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage heisst.  Joseph Smith wurde am 23. Dezember 1805 als viertes Kind von Joseph Smith Sr. und Lucy Mack Smith geboren.  Er wurde US Bundesstaat Vermont geboren, wuchs aber im Staat New York auf, da seine Familie wegen der Armut umziehen musste.

Als er noch ein kleines Kind war, erkrankte er an Typhus.  Viele Menschen in der Nähe starben daran, aber der junge Joseph überlebte.  Nachdem das Fieber abgeklungen war, entwickelte sich im Knochenmark seines linken Beins eine schwere Entzündung, die ihm mehr als drei Wochen lang fast unerträgliche Schmerzen bereitete.  Der örtliche Chirurg wollte Joseph Smiths Bein amputieren, aber Lucy Smith lehnte das ab.  Nathan Smith, der als Arzt am nahegelegenen Dartmouth College tätig war, besuchte die arme Familie, um ihnen zu helfen.  Er kannte ein neues Verfahren, das das Bein retten könnte.  Joseph Smith sagte dem Arzt, dass er weder Alkohol noch Gurte wollte, um das schmerzhafte Verfahren zu ertragen.  Stattdessen wollte er nur, dass sein Vater ihn während der Operation im Arm halten sollte.  Joseph Smith ertrug die Operation, und das Bein wurde gerettet.  Er musste jedoch lange leiden, bis das Bein verheilt war.

Die Erste Vision Joseph Smiths

Als junger Mann half Joseph Smith seiner Familie, ihr Farmland von Steinen und Baumstümpfen zu befreien.  Er war nachdenklich, und oft ging er allein durch die nahegelegenen Wälder, um zu beten und zumeditieren.  Joseph Smith schrieb:

In dieser Zeit großer Erregung wurde mein Sinn von ernsthaftem Nachdenken und innerer Unruhe bewegt; zwar nahm ich lebhaften Anteil und hatte sehr ausgeprägte Gefühle, aber ich hielt mich doch von allen diesen Parteien fern, wenn ich auch ihre verschiedenen Versammlungen besuchte, sooft sich mir die Gelegenheit bot. Im Laufe der Zeit neigte ich in Gedanken der Gemeinschaft der Methodisten zu und ich hatte wohl auch den Wunsch, mich ihnen anzuschließen; aber so groß war die Verwirrung und der Streit zwischen den verschiedenen Konfessionen, dass es für einen jungen Menschen wie mich, der mit Menschen und Dingen wenig Erfahrung hatte, gar nicht möglich war, mit Sicherheit zu entscheiden, wer nun recht und wer unrecht hatte.

Eines Tages stieß er auf eine Bibelstelle, die ihn tief  beeindruckte:

Während ich also mit diesen äußersten Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, die durch den Glaubensstreit der Religionsparteien ausgelöst worden waren, las ich eines Tages im Jakobusbrief den fünften Vers im ersten Kapitel. Dort heißt es: Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, so erbitte er sie von Gott, der allen gerne gibt und keine Vorwürfe macht; dann wird sie ihm gegeben werden.

Bald darauf entschloss sich Joseph Smith, Weisheit von Gott zu erbitten.  An einem schönen Morgen im Frühjahr 1820 ging Joseph Smith allein in einen Wald in der Nähe seines Elternhauses. Er kniete nieder und trug Gott seinen Herzenswunsch vor und bat um Weisung. Was dann geschah, schildert er wie folgt:

Kaum hatte ich das getan, da wurde ich sogleich von einer Gewalt gepackt, die mich gänzlich überwältigte und eine so erstaunliche Wirkung auf mich hatte, dass sie mir die Zunge lähmte und ich nicht sprechen konnte. Dichte Finsternis zog sich um mich zusammen, und ich hatte eine Zeitlang das Gefühl, als sei ich plötzlicher Vernichtung anheimgegeben. (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:15.)

mormon-firstvisionDer Widersacher aller Rechtschaffenheit wusste, dass Joseph ein großes Werk zu verrichten hatte, und er versuchte, ihn zu vernichten. Joseph aber nahm alle Kraft zusammen und rief Gott an. Sofort wurde er befreit:

Eben in diesem Augenblick höchster Angst sah ich gerade über meinem Haupt, heller als das Licht der Sonne, eine Säule aus Licht, die allmählich herabkam, bis sie auf mich fiel.

Kaum war sie erschienen, da fand ich mich auch schon von dem Feind befreit, der mich gebunden gehalten hatte. Als das Licht auf mir ruhte, sah ich zwei Gestalten von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:16,17.)

Heutzutage nennen wir dieses Erlebnis “Die Erste Vision.”  Später sah Joseph Smith noch viele andere Visionen.  Nur drei Jahre danach erschien Joseph Smith ein Engel Gottes namens Moroni, der zu ihm gesandt wurde, um ihn zu unterweisen.  Der Engel sagte ihm, dass es ein auf goldenen Platten geschriebenes Buch gäbe, das die Fülle des immerwährenden Evangeliums enthielt.  Dieses Buch war das Buch Mormon.
Joseph Smith übersetzte das Buch Mormon durch die Gabe und Macht Gottes.  Er veröffentlichte es im Frühjahr 1830, und am 6. April, 1830 gründete er die Kirche Jesu Christi in Fayette, New York.  Noch im demselben Monat gingen die ersten Mormonenmissionare aus, um die Wiederherstellung der wahren Kirche Jesu Christi zu verkündigen.  Wegen der Verfolgung musste die junge Kirche von Ort zu Ort ziehen, bis die Mormonen ihre eigene Siedlung errichten konnten.  Der erste Sammlungsort der Mormonen war Kirtland, eine kleine Stadt in Bundesstaat Ohio.  Dorthin zogen Joseph Smith und seine Familie im Winter 1831 um.

Joseph Smith, das Tempelbau in Kirtland, und die Bibel

Joseph Smith lebte von 1831 bis 1838 in Kirtland.  In diesen Jahren geschah viel Bedeutsames.  Viele Offenbarungen, die jetzt in dem Buch „Lehre und Bündnisse” zu finden sind, wurden in diesem Zeitraum durch den Propheten gegeben.  Am wichtigsten sind die Offenbarungen „Das Wort der Weisheit,“ das Gesundheitsgesetz des Herrn

(s. LuB 89), das Gesetz der Kirche (Abschnitt 42), und „Die Vision“ (Abschnitt 76), die eine Offenbarung über das nachirdische Dasein des Menschen enthält.

Als Joseph Smith in Kirtland wohnte, arbeitete er an einer neue Übersetzung der Bibel.  Sidney Rigdon, ein neugetauftes Mitglied der Mormonenkirche aus Ohio, half ihm als Schreiber.  Gott gebot Joseph Smith, die Bibel neu zu übersetzen, um verschiedene wichtige Einzelheiten wiederherzustellen.  Als Joseph und Sidney an der Übersetzung arbeiteten, empfingen sie viele Offenbarungen, die die Lehre Jesu Christi besser erklärten.

Eine dieser Offenbarungen besagte, dass einige Mormonen in den Bundesstaat Missouri ziehen sollten, um dort die Kirche aufzubauen.  Viele glaubenstreue Mormonen folgten dem Ruf der Pflicht und zogen dorthin um.  Viele andere blieben aber auch noch beim Propheten in Kirtland.  Dort gebot ihnen Gott, einen Tempel zu bauen.  Von 1831 bis 1838 gab es zwei Zentren der Kirchen: Kirtland und Missouri.

In Kirtland fingen die Mormonen sofort an, ihren ersten Tempel zu bauen.  Aufgrund von Armut und Verfolgungen dauerte der Tempelbau knapp fünf Jahre.  Im Jahr 1836 weihte Joseph Smith im Namen des Herrn den Kirtland -Tempel.  Dieser Tag war ähnlich wie das Pfingsttag.  Viele Anwesende sahen Engel oder hörten Engelschöre.  Eine paar Tage danach, als Joseph Smith und Oliver Cowdery im Tempel beteten, erschien ihnen Jesus Christus, um den Tempel anzunehmen.  Sie sahen auch verschiedene Propheten, wie z. B. Mose und Elija.  Elija kam in Erfüllung der Prophezeiung Maleachis, die in Maleachi 3:23,24 zu finden ist.  Er übertrug ihnen die Vollmacht des Priestertums, die Familien im Tempel zu siegeln, damit sie in der Ewigkeit zusammen sein können.

Während Joseph Smith in Kirtland lebte, kam auch ein Mann namens Michael Chandler dorthin, um einige ägyptische Altertümer zu zeigen.  Er hatte eine Paar Mumien und mehrere Schriftrollen.  Weil er von Joseph Smith gehört hatte, dass er alte Aufzeichnungen übersetzen könne, stattete Chandler ihm einen Besuch ab.  Als Joseph Smith die Schriftrollen durchsah, erkannte er, dass einige der Schriftrollen die Worte Abrahams enthielt.  Er kaufte die Schriftrollen und übersetzte sie ins Englische.  Heutzutage sind diese Aufzeichnungen als das Buch Abraham in der Köstliche Perle bekannt, eine der heiligen Schriften der Mormonenkirche.  Leider wurden die meisten Schriftrollen durch einen Feuer zerstört.  Im Jahr 1969 fand ein Forscher ein Paar von diesen Schriftrollen wieder, als er das Archiv des New York Metropolitan Museum of Art durchsuchte.  Sie waren aber nur ein Teil der Schriftrollen, die zu den Papyri im Besitz von Joseph Smith gehört hatten.  Keine von ihnen war dieselbe Schriftrolle, wovon Joseph Smith das Buch Abraham übersetzt hatte.

Im Laufe der Zeit wollten die Mormonen in Kirtland ihre eigene Einrichtungen, wie z.B. Banken, gründen.  Joseph Smith und andere führende Männer der Mormonen gründeten ein Bankinstitut, „The Kirtland Safety Society.“  Aufgrund der Ablehnung ihrer Antragstellung, gründeten sie ein Anti-Bank, was sie als rechtmäßig ansahen.  Im Jahr 1837 fegte eine Wirtschaftspanik durch das Land.  Wie viele andere Banken brach auch die Bank in Kirtland zusammen.  Viele in Kirtland gaben Joseph Smith die Schuld daran und nannten ihn einen gefallenen Propheten.  Joseph Smith hatte nie gesagt, dass die Bank auf Gottes Gebot hin gegründet worden war.  Im Gegenteil: er hat oft gesagt, dass ein Prophet nicht immer ein Prophet ist, und dass auch ein Prophet Fehler machen könne.  Infolge der Abspaltungen, die in Kirtland stattfanden, musste Joseph Smith im Winter 1838 nach Missouri ziehen.  Vor Ende des Sommers 1838 waren die meisten glaubenstreuen Mormonen nach Missouri gezogen.

Die Mormonen in Missouri
Im Jahr 1831 waren mehrere Mormonenfamilien nach Missouri gezogen.  Zuerst ließen sie sich in Jackson County nieder.  Die bisherigen Bewohner hatten die Mormonen aber nicht mit offenen Armen empfangen.  Sie stammten meistens aus die Südstaaten und waren Anhänger der Sklaverei, während die Mormonen, die aus die Nordstaaten waren, Gegner der Sklaverei waren.  Als eine Mormonenzeitung einen Leitartikel herausgab, in dem der Einzug freier Schwarzafrikaner in Missouri gefordert wurde, gab es einen Aufruhr.  Ein Pöbelhaufen zerstörte die Druckmaschine und vertrieb die Mormonen aus dem Kreis.

Um den vertriebenen Mormonen zu helfen, führte Joseph Smith im Jahr 1834 das Zionslager.  Mehr als 200 Männer schlossen sich demLager an, um ihren Brüdern und Schwestern zu helfen.  Sie marschierten fast 1500 km von Ohio bis Missouri.  Bei der Ankunft in Missouri wurde das Zionslager jedoch aufgelöst, weil die Mormonen mit Missouri und der Bundesregierung zu einer Übereinkunft gelangt waren.  Zwei neue Kreise wurden geschaffen, die nun als Heimat für die Mormonen dienen sollten.  Die Erfahrung des Zionslagers war aber nicht umsonst, denn der Fußmarsch war eine Bewährungsprobe für die künftigen führenden Männer der Kirche.  Die meisten Kirchenführer, die später Apostel oder Mitglieder des  Kollegiums der Siebzig wurden, hatten an dem Zionslager teilgenommen.  Während des Zionslagers belehrte der Prophet Joseph Smith sie über das Evangelium und wie die Kirche zu führen sei.

Von 1833 bis 1837 gab es in Missouri keine weiteren Unruhen.  Im Jahr 1837 fingen die Mormonen aus Ohio wegen der dortigen Verfolgungen an, nach Missouri zu ziehen. Joseph Smith und seine Familie zogen nach Far West in Missouri.  Als die Mormonen an Zahl zunahmen, nahmen die Unruhen wieder zu.  Die alten Bewohner befürchteten, dass die Mormonen bei Wahlen als Gruppe abstimmen und dabei gegen die Sklaverei in Missouri stimmen würden.  Die Mormonen hielten auch immer sehr zusammen.  Die Staatsmiliz und die Pöbel fingen an, die mormonischen Randgemeinden anzugreifen.  Als wieder einmal ein Krieg auszubrechen drohte,gab der Gouverneur Missouris einen Befehl, der heute als Ausrottungsbefehl (The Extermination Order) bekannt ist.  Er befahl, dass alle Mormonen Missouri verlassen sollten, oder man würde sie ausrotten.  Joseph Smith und andere Kirchenführer wurden verhaftet.  Joseph Smith verbrachte den ganzen Winter im Gefängnis, während die Mormonen wieder einmal ihre Häuser verlassen mussten.  Unter Brigham Youngs Führung marschierten die frierenden Mormonen ostwärts nach Illinois.

Als Joseph Smith in der Gefängniszelle lag, schrieb er Briefe an seine Familie und las in der Heilige Schrift.  In seinem Tagebuch schrieb er:

O Gott, wo bist du?  Und wo ist das Gezelt, das dein Versteck bedeckt?  Wie lange noch wird deine Hand sich zurückhalten und dein Auge, ja, dein reines Auge, von den ewigen Himmeln her das Unrecht ansehen, das deinem Volk und deinen Knechten widerfährt, und dein Ohr von ihrem Schreien durchdrungen werden?  Ja, O Herr, wie lange noch sollen sie dieses Unrecht  und diese gesetzwidrige Unterdrückung erleiden, ehe dein Herz für sie erweichen und dein Inneres von Mitleid mit ihnen bewegt sein wird? (Lehre und Bündnisse 121:1-3).

Gott antwortete Joseph und sagte ihm:

Mein Sohn, Friede sei deiner Seele; dein Ungemach und deine Bedrängnisse werden nur einen kleinen Augenblick dauern, und dann, wenn du gut darin ausharrst, wird Gott dich in der Höhe erhöhen; du wirst über alle dein Feinde triumphieren (Lehre und Bündnisse 121:7-8).

Nauvoo in Illinois, die Stadt Josephs

Der Heilige Geist tröstete Joseph Smith die ganze Zeit über, bis er wieder aus dem Gefängnis entlassen wurde.  Joseph beeilte sich, um wieder mit seiner Familie zusammen zu sein.  Seine Familie und die übrigen Mormonen lebten jetzt in Illinois, in einem kleinen Ort namens Commerce.  Joseph Smith benannte den Ort in Nauvoo um, und die Mormonen kauften das Land in der Umgebung.

Joseph Smith versuchte, bei der Bundesregierung in Washington gegen die gesetzwidrige Behandlung der Mormonen durch den Staat Missouri Berufung einzulegen.  Er besuchte den Präsidenten der Vereinigten Staaten und sprach auch vor dem Kongress.  Seine Bemühungen waren umsonst.  Der Präsident sagte ihm, dass Missouri ein Hoheitsgebiet sei, und er sich einmischen nicht könne.

Nachdem Joseph Smith Nauvoo zurückgekehrt war, fing er an beim Aufbau von Nauvoo mitzuhelfen.  Zuerst wählte er einen Bauplatz für den zukünftigen Tempel in Nauvoo aus.  Tausende von Menschen zogen nach Nauvoo und bauten Häuser.  Vor Ende Jahres 1842 war Nauvoo die zweitgrößte Stadt in Illinois.

Während Joseph Smith und die Mormonen in Nauvoo lebten, geschah auch viel Bedeutsames.  Im Jahr 1842 gründete Joseph Smith die Frauenhilfsvereinigung, die eine Selbstverwaltungseinrichtung der Frauen der Mormonenkirche ist.  Heute ist die FHV eine weltumspannende Organisation, die von Frauen geführt wird und als Wohltätigkeitsverein die Armen unterstützt und den Notleidenden hilft.

Um sich vor dem Pöbel zu schützen, erlangten die Mormonen eine Charta für ihre Stadt.  Als stadtrechtliche Einheit konnten sie ihre eigene Miliz haben.  Sie gründeten auch eine Universität.  Sonntags lehrte Joseph Smith die Mormonen im Freien, und an Wochentagen bauten sie ihren Tempel und ihre Stadt.  Viele wichtige Lehren, die die Mormonen kennzeichnen, wurden zum ersten Mal in Nauvoo gelehrt, wie z. B. das Siegeln, wodurch Mann und Frau für die Ewigkeit aneinander gebunden sein können; die Taufe für die Toten; das Endowment (Begabung), usw.
Die Mormonen fuhren auch damit fort, Missionare auszusenden.  Vor Ende 1844 verkündeten Mormonenmissionare das wiederhergestellte Evangelium überall in Europa, im Nahen Osten, und auf den Inseln des Pazifischen Ozeans.  Tausende von neugetauften Mitgliedern der Mormonenkirche wanderten nach Amerika aus und schlossen sich den in Nauvoo lebenden Mormonen an.

In Nauvoo führte Joseph Smith auch die Glaubenslehre der Vielehe oder der Polygamie ein.  Es ist nicht bekannt, wann Joseph Smith das erste mal hörte, dass Gott den Mormonen gebieten würde, die Polygamie zu praktizieren.  Weder Joseph Smith noch die anderen Kirchenführer der Mormonen hatten den Wunsch, die Polygamie zu praktizieren.  Sie wussten sehr wohl, dass sie eine Zerreißprobe und Schwierigkeit für die Mormonen sein würde.  Zuerst unterrichtete Joseph Smith nur seine vertrautesten Freunde über die Vielehe.  (s. Lehre und Bündnisse Abschnitt 132).

Die Vielehe führte zu einige Abspaltungen und Abtrünnigkeiten.  Jetzt traten auch wieder Auseinandersetzungen mit der umliegenden Bewohnern auf.  Die Zeitungen der Nachbarorte forderten, dass die Mormonen verschwinden sollten, weil sie fürchteten, das die Mormonen zu stark wachsen würden.  Eine der Zeitungen behauptete, dass das Problem nur mit „Schießpulver und Kugeln“ gelöst werden könne.

Der Märtyrertod Joseph Smiths

Im Jahr 1844 fielen einige Mormonen von der Mormonenkirche ab.  Sie setzten sich der Vielehe entgegen und versuchten, die Führung der Kirche zu übernehmen.  Im Frühjahr 1844 druckten sie eine Zeitung namens „The Nauvoo Expositor“ , in der sie den Propheten Joseph Smith heftig angriffen.  Sie behaupteten, dass er ein gefallener Prophet war, weil er die Vielehe lehrte.  Die Zeitung schürte die Unruhe in Nauvoo, und die Stadtverwaltung entschied, die Zeitungsdruckmaschine sicherzustellen.  Als die Polizei die Druckmaschine stilllegte, gab es einen großen Aufruhr in der Stadt.  Joseph Smith, als Bürgermeister, rief öffentlich den Ausnahmezustand aus, um den Frieden wiederherzustellen.

Die Unruhe breitete sich überall im Kreis aus, und der Gouverneur von Illinois, Thomas Ford, besuchte das Krisengebiet.  Die umliegenden Bewohner behaupteten, dass Joseph Smith ein Hochverrat begangen hätte als er den Ausnahmezustand ausgerufen hatte.  Gouverneur Ford versprach Joseph Smith Sicherheit, wenn er sich der Polizei stellen würde, um sich einem Prozess zu unterwerfen.  Ein paar Tage später gab Joseph Smith der Forderung nach.  Hunderte seiner Freunde begleiteten ihn zum Gefängnis in Carthage, Illinois.  Joseph Smith sagte seinen vertrautesten Freunden, dass es sein Tod wäre, wenn er ginge.  Sie glaubten aber kein Wort davon.

Einige von Joseph Smiths Freunden lehnten es ab, ihn zu verlassen, und sie schliefen bei ihm in der Gefängniszelle.  Am Morgen des 27. Juni 1844 sagte Joseph Smith aber den meisten seiner Freunde, sie sollten nach Hause gehen.  Alle außer dreien gingen.  Die drei waren John Taylor, der später der dritte Präsident der Mormonenkirche wurde, Willard Richards, und Hyrum Smith, der Bruder des Propheten.  Während des Tages sangen die Männer Kirchenlieder, schrieben Briefe an ihre Familien und lasen in der Heiligen Schrift.  Der Gouverneur hielt sein Versprechen nicht. Er verließ Carthage, ohne ausreichend für die Sicherheit der Gefangenen gesorgt zu haben.  Etwa um 16 Uhr nahm ein großer Pöbelhaufen im Sturm das Gefängnis ein.  Sie erschossen zuerst Hyrum Smith, als dieser versuchte, die Tür zuzuschlagen.  Hyrum fiel mit dem Ausruf: „Ich bin des Todes!“  Joseph Smith kniete nieder und umarmte seinen ermordeten Bruder.  Dann sprang er aus dem Fenster, in der Absicht, John Taylor und Willard Richards zu retten, weil er glaubte, dass der Pöbel sie nicht beachten, wenn er selbst tot wäre.  Als er sprang, rief er aus: „O Herr, mein Gott!“  Er wurde von hinten erschossen und fiel tot auf den Hof des Gefängnisses.  Der Pöbel schoss weiter auf ihn obwohl er schon tot war.  Irgendjemand rief: „Der Mormonenmiliz kommt!“, worauf die Männer die Flucht ergriffen.  Der Prophet Joseph Smith war tot.

Die Zeit nach dem Tod Joseph Smiths

John Taylor, der bei der Ermordung des Propheten anwesend war und selbst viermal von Kugeln getroffen wurde, schrieb später:

In der kurzen Spanne von zwanzig Jahren hat [Joseph Smith] das Buch Mormon hervorgebracht, das er durch die Gabe und Macht Gottes übersetzte: hat er dafür gesorgt, dass das Buch auf zwei Kontinenten veröffentlicht wurde; hat er die Fülle des immerwährenden Evangeliums, die darin enthalten ist, an die vier Enden der Erde gesandt; hat er die Offenbarungen und Gebote, die dieses Buch „Lehre und Bündnisse“ bilden, hervorgebracht, dazu noch viele andere weise Schriften und Belehrungen zum Nutzen der Menschenkinder; hat er viele tausend Heilige der Letzten Tage gesammelt, eine große Stadt gegründet und einen Namen und Ruf hinterlassen, der nicht ausgetilgt werden kann.  Er war groß im Leben und groß im Sterben in den Augen Gottes und seines Volkes; und wie die meisten Gesalbten des Herrn in alter Zeit, so hat auch er seine Mission und sein Werk mit seinem eigenen Blut besiegelt; gleichermaßen sein Bruder Hyrum.  Im Leben waren sie vereint, und der Tod hat sie nicht getrennt! …

Sie waren keines Verbrechens schuldig, was schon oft vorher bewiesen worden war, und wurden nur aufgrund der Verschwörung von Verrätern und schlechten Menschen ins Gefängnis gesperrt; und ihr unschuldiges Blut auf dem Fußboden des Gefängnisses zu Carthage ist eine großes Siegel, das dem „Mormonismus“ beigefügt wurde und das von keinem Gerichtshof auf Erden verworfen werden kann; und ihr unschuldiges Blut auf dem Wappen des Staates Illinois ist zusammen mit dem vom Gouverneur verbürgten, aber gebrochenen Wort des Staates für die Wahrheit des immerwährenden Evangeliums ein Zeugnis, das die ganze Welt nicht anfechten kann. (Lehre und Bündnisse 135:3,7)

Die Feinde der Mormonen glaubten , dass die Kirche ohne Joseph Smith eingehen würde.  Sie glaubten, dass der Mormonismus nur ein Personenkult war.  Aber die Kirche stürzte jedoch nicht ein.  Im Gegenteil – sie wuchs immer weiter.  Viele neugetaufte Mormonen sammelten sich in Nauvoo, obwohl der Prophet Joseph Smith tot war.  Sie wussten, dass Joseph Smith nur ein sterblicher Mensch war.  Das Werk, das er begonnen hat, war jedoch von Gott.  Wenn die umliegenden Bewohner erkannten, dass die Kirche nicht unterging, fingen sie wieder an die Mormonen zu verfolgen.  Unter Zeitdruck vollendeten die Mormonen den Tempel in Nauvoo, und Tausende von ihnen wurden als Mann und Frau gesiegelt.  Im Februar 1846 zogen die Mormonen aus Nauvoo weg.  Unter der Führung Brigham Youngs begann nun der große Exodus der Mormonenpioniere.

Was neuzeitliche Propheten über Joseph Smith sagen

Hier finden Sie die Lehren und Ansprachen der Mormonenpropheten über Joseph Smith und andere wichtige Themen.

Lesen Sie bitte, was andere Mormonenpropheten über Joseph Smith gesagt haben

Lesen Sie, was Mormonenpropheten über bestimmte Themen gesagt haben

interessante Websites in Bezug auf Joseph Smith (am meistens auf Englisch)

Joseph Smith – Home
Joseph Smith, Jr. – Wikipedia, the free encyclopedia
The Testimony of the Prophet Joseph Smith
Joseph Smith – American Prophet
Joseph Smiths Daguerreotyp
Fulfilled Prophecies of Joseph Smith
JS-H 1
Joseph Smith
BBC – Religion & Ethics – The Story of Joseph Smith
Joseph Smith: Biography and Much More From Answers.com
Joseph Smith – Lightplanet
Joseph Smith – bellsouth
Joseph Smith, Jr. – Wikiquote
Joseph Smith: Prophet, Revelator, Human; Interview with Richard Lyman

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