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b) Umkehr

Die Umkehr

Umkehr ist notwendig, um näher zu Gott zu kommen.  Gott und Jesus Christus sind heilig und nichts Unreines kann in ihrer Gegenwart bestehen.  Wir sind auf diese Erde gekommen, um zu wachsen und Fortschritt zu machen.  Dazu brauchen wir ein ganzes Leben.  Während dieses Lebens werden wir notwendigerweise Sünden begehen.  Die Mormonen glauben nicht an die Erbsünde, sondern der Mormonismus lehrt uns, dass jeder für seine eigenen Sünden verantwortlich ist.  Im dritten der Glaubensartikel, die der Prophet Joseph Smith geschrieben hat, lesen wir:

„Wir glauben, dass der Mensch für seine eigenen Sünden bestraft werden wird und nicht für die Übertretung Adams.“

Mormon PrayerIm Gegenteil dazu, glauben die Mormonen, dass der Mensch unschuldig geboren ist, sondern ist er schwach und für Sünden anfällig.  Im Buch Mormon lernen wir, dass Gott uns eine Welt vorbereitet hat, in der wir unsere Entscheidungsfreiheit ausüben können.  Der Prophet Lehi belehrte einem seiner Söhne:

„Denn es muss notwendigerweise so sein, dass es in allen Dingen einen Gegensatz gibt.  Wenn nicht, mein Erstgeborener in der Wildnis, könnte Rechtschaffenheit nicht zustande gebracht werden, auch nicht Schlechtigkeit, weder Heiligkeit noch Elend, weder Gutes noch Böses.  Darum muss es notwendigerweise so sein, dass alles aus Teilen zu einem Ganzen zusammengesetzt ist; denn wäre etwas von nur einerlei Beschaffenheit, müsste es notwendigerweise wie tot verbleiben und hätte nicht Leben noch Tod, noch Verweslichkeit, noch Unverweslichkeit, Glücklichsein noch Elend, weder Empfindung noch Empfindungslosigkeit.“ (2 Nephi 2:11)

Wir leben jetzt in einer Welt, worin man das Gute und das Böse nebeneinander sehen kann.  Die Propheten des Buches Mormon lehrten, dass die Menschen frei seien.  Samuel, ein Prophet im Buch Mormon, hat gesagt:

„Und nun denkt daran, denkt daran, meine Brüder: Wer zugrunde geht, fügt sich das Zugrundegehen selbst zu, und wer Übles tut, der tut es sich selbst an; denn siehe, ihr seid frei, es ist euch gewährt, für euch selbst zu handeln; denn siehe, Gott hat euch die Erkenntnis gegeben, und er hat euch frei gemacht.  Er hat euch gegeben, Gut von Böse zu unterscheiden, und er hatte euch gegeben, das Leben zu wählen oder den Tod; und ihr könnt Gutes tun and zu dem wiederhergestellt werden, was gut ist, oder dass euch das, was gut ist, wiederhergestellt wird; oder ihr könnt Böses tun und euch das, was böse ist, wiederherstellen lassen.“ (Helaman 14:30-31).

Die Entscheidungsfreiheit ist einer der wichtigsten Grundsätze im Evangelium Jesu Christi.  Jeder Mensch kann für ihn selbst darüber entscheiden, wie er sich verhalten wird.  Gott hat uns die Entscheidungsfreiheit gegeben, obwohl er wusste, dass wir Sünden begehen würden.  Er wusste, dass wir ohne Entscheidungsfreiheit keinen Fortschritt machen können.  Daher hat Gott seinen Soh, Jesus Christus gegeben, um für unsere Sünden Sühne zu leisten.

Ein neuzeitlicher Prophet hat gelehrt: „Es gibt keinen leichten Weg zur Umkehr, keinen bevorzugten Pfad zur Vergebung.  Jeder muss den gleichen Weg beschreiten, mag er nun reich sein oder arm, gebildet oder ohne Wissen, hochgewachsen oder klein, Fürst oder Bettler, König oder einfacher Bürger … Es gibt nur einen einzigen Weg.  Es ist ein langer Weg, voll Dornen und Stachelgestrüpp und Fallgruben und Problemen“. (The Miracle of Forgiveness, S. 149).

Um Umkehr zu üben, muss man erstens seine Sünden erkennen.  Indem wir lernen, Wahrheit von Irrtum, oder das Gute von das Böse zu unterscheiden, müssen wir unser Leben erforschen und uns eingestehen, was wir falsch gemacht haben.  Unsere Sünden müssen uns leid tun.  Wir müssen erkennen, wie diese Sünden unseren Fortschritt verhindert haben.  Wichtig ist der Wunsch, davon frei zu werden.  Danach müssen wir unsere Sünden aufgeben.  Der Herr hat gesagt: „Ob jemand von seinen Sünden umkehrt, könnt ihr daran erkennen: Siehe, er wird sie bekennen und von ihnen lassen. “ (Lehre und Bündnisse 58:43).

Wir müssen unsere Sünden entweder Gott oder einem Kirchenführer bekennen.  Wir sollen Gott alle unsere Sünden bekennen.  Wenn wir gegen jemanden gesündigt und ihn geschädigt haben, sollen wir unseren Fehler auch dem Betreffenden bekennen.  Zur Umkehr gehört auch, dass wir einen Schaden, den wir verursacht haben, wiedergutmachen.  Ein Dieb soll z. B. zurückgeben, was er gestohlen hat.

Um Sündenvergebung von Gott zu erlangen, müssen wir anderen verzeihen.  Der Herr vergibt uns unsere Sünden nicht, wenn wir uns nicht vollkommen frei machen von besseren Gefühlen, Hass und Vorwürfen gegen andere.  Jesus Christus hat gesagt: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird eure himmlischer Vater auch euch vergeben.  Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ (Mt. 6:14).

Schließlich müssen wir die Gebote des Herrn halten.  Obwohl wir nie vollkommen darin sein werden, sollen wir danach zu streben, wie Jesus Christus zu sein.  Wenn wir dann Glauben an Jesus Christus haben, und von unseren Sünden umkehren, dann wird die Gnade Christi unsere Fehler wieder gutmachen.  Durch sein Sühnopfer können wir vollkommen werden, wie er ist.  Diese Gnade wird in unserem Leben wirksam, wenn wir ein Bündnis mit Gott schließen.  Wir schließen dieses Bündnis durch die Taufe.

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