d) Tempelarbeit – wie wir unser Herz der Familie und dem Herrn zuwenden
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Präsident Wilford Woodruff
Wenn ich darüber nachdenke, dass uns die Macht gegeben wurde, dem Namen des Allerhöchsten Tempel zu errichten, … und dass wir in den Tempel gehen und die Arbeit tun dürfen, die für unsere eigene Errettung und die Erlösung unserer Toten notwendig ist, dann ist meine Freude groß, und ich spüre, dass wir reich gesegnet worden sind.10 Die Geschichte dieser Tempel kennt ihr. Ihr wisst, dass die Propheten [Joseph und Hyrum Smith] getötet wurden und der Herr von den Heiligen den Bau des [Nauvoo-]Tempels forderte, ehe sie in die Wildnis gejagt wurden. Vor allem eine bestimmte Offenbarung, die gegeben worden war, spornte die Ältesten der Kirche Gottes an, dieses Werk zu vollbringen [siehe LuB 124:25- 41]. Sie mühten sich mit aller Kraft und sie vollbrachten dieses Werk. Sie gingen in den Tempel und empfingen heilige Handlungen und das Endowment, ehe sie die Stadt verließen, um in die Wildnis zu ziehen. Die Tempel, die wir gebaut haben, … stehen da als Denkmal vor Gott, den Engeln und den Menschen, als Symbol für den Glauben und die Werke der Heiligen der Letzten Tage.11 Es ist offensichtlich, dass die Heiligen der Letzten Tage die Segnungen zu schätzen wissen, die durch die Tempelarbeit erlangt werden. … Unser Herz ist voll Freude und wir können nicht aufhören, Gott zu preisen, der in seiner Güte seinem Volk gewährt hat, trotz des Widerstands und vieler Schwierigkeiten, mit denen es zu kämpfen hatte, solche Gebäude gemäß seinen Vorgaben für deren heilige Nutzung zu errichten und zu weihen. Jeder Heilige der Letzten Tage, der die richtige Einstellung hat, empfindet eine himmlische Freude, wenn er darüber nachdenkt, was Gott für uns in unserer Generation getan hat, dass er uns nämlich mit allen Mitteln ausgestattet hat, um uns, unsere Wir möchten weiter im Tempel arbeiten. Wir möchten, dass die Tempel von den Heiligen der Letzten Tage genutzt werden. Wir möchten, dass unsere Brüder und Schwestern weiterhin dorthin gehen und die Toten erlösen und die Lebenden segnen.13 Aus dem Weihungsgebet für den Salt-Lake-Tempel: O Herr, mit tiefen, unbeschreiblichen Gefühlen betrachten wir die Fertigstellung dieses heiligen Hauses. Lasse dich herab, diesen, den vierten Tempel, den dein Bundesvolk mit deiner Hilfe in diesen Bergen errichtet hat, anzunehmen. In vergangenen Zeitaltern hast du deine Knechte, die Propheten, mit deinem Heiligen Geist inspiriert, von einer Zeit in den Letzten Tagen zu prophezeien, da der Berg mit dem Haus des Herrn fest gegründet steht als höchster der Berge und alle Hügel überragt [siehe Jesaja 2:2; Micha 4:2]. Wir danken dir, dass du uns gewährt hast, zur Erfüllung dieser Visionen deiner Seher aus alter Zeit beizutragen, und dass so gnädig warst, uns zu gestatten, an diesem großartigen Werk teilzuhaben.14 Durch die Genealogie und die heiligen Handlungen im Tempel können wir an unsere Familie gesiegelt werden, wodurch ein Bindeglied zwischen den Generationen geschaffen wird. Die Grundsätze des Evangeliums Jesu Christi sind auch nach dem Tod wirksam. Sie bringen Mann, Frau und Kinder als Familie zusammen und vereinen sie für immer und ewig. … Den Heiligen der Letzten Tage wurde die Siegelung offenbart. Diese heilige Handlung ist auch nach dem Tod in Kraft und vereint Mann und Frau, wie ich gesagt habe, auf ewig als Familie. Deshalb sind diese Grundsätze Teil unserer Religion. Durch sie werden Mann und Frau, Eltern und Kinder wieder vereinigt, bis die Glieder in der Kette alle miteinander verbunden sind bis zurück zu unserem Stammvater Adam. Ohne diese Siegelung könnten wir nicht die Fülle der celestialen Herrlichkeit erlangen.15 Brüder und Schwestern, das Herrliche daran ist, dass wir am Morgen der Auferstehung unsere Familie bei uns haben werden, wenn wir bestehen – unsere Eltern, unsere Geschwister, unsere Frauen und Kinder –, und zwar im Familienverband der celestialen Welt, um für immer und immer zu leben. Das ist alles wert, was ihr oder ich in den wenigen Jahren, die wir hier im Fleisch verbringen, opfern können.16 Jeder Mann soll sich an seinen Vater [siegeln] lassen. Dann tun wir genau das, was Gott gemeint hat, als er erklärte, er werde in den Letzten Tagen den Propheten Elija senden [siehe Maleachi 3:23,24]. Elija, der Prophet, erschien Joseph Smith und sagte ihm, der Tag sei gekommen, an dem dieser Grundsatz ausgeführt werden müsse [siehe LuB 110:13-16]. Joseph Smith lebte nicht lange genug, um näher darauf einzugehen. Seine Seele war diesem Werk gewidmet, ehe er für das Wort Gottes und das Zeugnis von Jesus Christus getötet wurde. Er sagte uns, es müsse ein Bindeglied zwischen allen Evangeliumszeiten und zwischen dem Wirken Gottes von einer Generation zur nächsten geben [siehe LuB 128:18]. Dieses Thema beschäftigte ihn mehr als sonst eines. Der Herr offenbarte mir im Gebet, dass es meine Pflicht sei, ganz Israel aufzufordern, dies auszuführen, und in Erfüllung dieser Offenbarung lege ich es nun diesem Volk dar. … Wir möchten, dass die Heiligen der Letzten Tage von jetzt an ihre Abstammung so weit wie möglich zurückverfolgen und sich an ihre Väter und Mütter siegeln lassen. Siegelt die Kinder an ihre Eltern und schließt die Kette so weit, wie es euch möglich ist. … 17 Aus dem Weihungsgebet für den Salt-Lake-Tempel: Unser Vater im Himmel, wir bringen dir diese Altäre dar, die wir erbaut haben, damit deine Knechte und Mägde die Segnungen der Siegelung empfangen können. Wir weihen sie im Namen des Herrn Jesus Christus deinem hochheiligen Namen und bitten dich, diese Altäre zu heiligen, damit alle, die zum Altar kommen, die Macht des Heiligen Geistes spüren und erkennen mögen, wie heilig die Bündnisse sind, die sie schließen. Wir beten auch, dass die Bündnisse und Vereinbarungen, die wir mit dir und miteinander schließen, von deinem Heiligen Geist geleitet, von uns heilig gehalten und von dir angenommen werden mögen und dass alle ausgesprochenen Segnungen für alle Heiligen, die zum Altar kommen, am Morgen der Auferstehung der Gerechten in Erfüllung gehen mögen. … O Gott unserer Väter, Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs – deren Gott du gerne genannt wirst –, wir danken dir mit der Inbrunst unserer überströmenden Dankbarkeit, dass du die Mächte offenbart hast, durch die sich das Herz der Kinder den Vätern zuwendet und das Herz der Väter den Kindern, dass die Menschensöhne in allen Generationen Anteil erhalten können an der Herrlichkeit und der Freude des Himmelreiches. Wir bitten dich: Übertrage auf uns den Geist des Elija, damit wir unsere Toten erlösen und uns mit unseren Vorfahren verbinden können, die jenseits des Schleiers sind, und außerdem unsere Toten versiegeln können, in der ersten Auferstehung hervorzukommen, damit wir, die wir auf der Erde wohnen, mit denen verbunden sind, die im Himmel wohnen. Wir danken dir um ihretwillen, die ihr Werk im Erdenleben beendet haben, und auch um unsretwillen, dass das Gefängnis geöffnet wurde, den Gefangenen Befreiung verkündet wurde und die Fesseln derer gelöst wurden, die gebunden waren. Wir preisen dich dafür, dass unsere Väter, vom letzten bis zum ersten, von jetzt bis zurück zum Anfang, durch ein unlösbares Bindeglied mit uns vereinigt werden können, verbunden durch das heilige Priestertum, und dass wir als eine große Familie, in dir vereint und durch deine Macht fest verbunden, gemeinsam vor dir stehen und durch die Macht des sühnenden Blutes deines Sohnes von allem Bösen befreit, errettet und geheiligt, erhöht und verherrlicht werden.18 Wir müssen uns geistig vorbereiten, um die Segnungen des Dienstes im Tempel zu erlangen. Ehe ihr in den Tempel geht, … zieht euch zum Gebet zurück. Bringt dem Herrn eure Gebete dar, betet nicht nur, dass euch eure Sünden vergeben werden mögen, sondern dass ihr alle den Geist Gottes und das Zeugnis vom Herrn Jesus Christus haben mögt, dass der Geist Gottes mit allen sein möge, die sich im Tempel versammeln. … Es ist mein Wunsch, dass die Heiligen das tun, denn ich möchte, dass diejenigen, die in den Tempel gehen, mit reinem Herzen hingehen, dass der Geist Gottes mit ihnen ist, dass sie Freude empfinden, dass sie alle den Einfluss dieser Macht spüren.19 Kein Mitglied der Kirche, das für würdig empfunden wird, dieses heilige Haus zu betreten, ist in Unkenntnis über die Grundsätze des Evangeliums. Ich darf wohl annehmen, dass jeder seine Pflicht gegenüber Gott und seinen Mitmenschen kennt. Niemand ist so vergesslich, dass er sich nicht mehr an die Ermahnung erinnert, dass wir mit Liebe und Nächstenliebe für unsere Brüder erfüllt sein müssen. Daher kann niemand auch nur einen Augenblick daran zweifeln, wie überaus wichtig es ist, dass jeder der im Tempel Versammelten mit allen seinen Brüdern und Schwestern und mit Gott in Frieden lebt. Wie können wir sonst erwarten, die Segnungen zu erhalten, die er verheißen hat. Doch nur, wenn wir die Voraussetzungen erfüllen, für die diese Segnungen der Lohn sind!
Deshalb dürfen diejenigen, die unwürdig sind, nicht länger einen Segen von ihrem Tempelbesuch erwarten, solange der Geruch der Sünde, von der sie nicht umgekehrt sind, sie umgibt und solange Bitterkeit oder auch nur eine unversöhnliche Kälte gegen ihre Brüder und Schwestern in ihrem Herzen herrscht. Zu diesem Thema könnte noch viel gesagt werden. In dem Bemühen, sich nach den scheinbar wichtigeren Aspekten des Gesetzes zu richten, kann es geschehen, dass unterschätzt wird, wie wichtig dieser Geist der Liebe, Güte und Nächstenliebe ist. … Ehe wir in den Tempel gehen, um vor den Herrn zu treten, … müssen wir uns von jeder Härte, jedem unfreundlichen Gefühl gegeneinander befreien, damit nicht nur unser Gezänk aufhört, sondern dessen Ursache beseitigt wird und jedes Gefühl, das dazu geführt oder es aufrechterhalten hat, ausgeräumt wird. Wir müssen einander unsere Sünden bekennen und einander um Vergebung bitten. Wir müssen den Herrn um den Geist der Umkehr bitten und, wenn wir ihn erlangt haben, seinen Eingebungen folgen. Indem wir uns vor dem Herrn demütigen und einander um Vergebung bitten, gewähren wir denen, die unsere Vergebung erflehen, die Nächstenliebe und Großzügigkeit, die wir selbst vom Himmel erbitten und erwarten. Mögen wir also zur heiligen Stätte kommen mit einem Herzen, das ohne Arg ist, und einer Seele, die bereit ist für die verheißene Erbauung! So soll unser Flehen, ungetrübt von jeglichem Missklang, vereint zu Jehova aufsteigen und die kostbaren Segnungen des Gottes des Himmels herabrufen! … Wir rufen [die einzelnen Mitglieder der Kirche] auf, sich um die Verbundenheit ihrer Brüder und Schwestern, um ihr volles Vertrauen und ihre Liebe zu bemühen und sich vor allem um die Gemeinschaft und Verbundenheit mit dem Heiligen Geist zu bemühen. Mögen wir uns im kleinsten, bescheidensten Familienkreis ebenso eifrig um diesen Geist bemühen und ihn bewahren wie als Mitglied der höchsten Organisation oder des höchsten Kollegiums. Möge er sowohl das Herz der Brüder und Schwestern, der Eltern und Kinder als auch das Herz der Ersten Präsidentschaft und der Zwölf Apostel durchdringen. Möge er alle Meinungsverschiedenheiten zwischen Mitgliedern der Pfahlpräsidentschaft und des Hoherates sowie zwischen Nachbarn, die zur selben Gemeinde gehören, mildern und besänftigen. Möge er jung und alt, Mann und Frau, Herde und Hirte, Volk und Priestertum durch Dankbarkeit, Vergebung und Liebe miteinander verbinden, damit wir spüren, dass der Herr uns annimmt, und mit einem Gewissen vor ihn treten können, das frei ist von Schuld gegenüber allen Menschen. Dann gibt es keine Enttäuschung, was die Segnungen angeht, die denen verheißen sind, die ihn aufrichtig anbeten. Sie werden die süßen Einflüsterungen des Heiligen Geistes empfangen, dazu von Zeit zu Zeit die Schätze des Himmels, den Dienst von Engeln, denn seine Verheißungen sind gegeben und können nicht ausbleiben!20 Aus dem Weihungsgebet für den Salt-Lake-Tempel: Unser Vater im Himmel, der du die Himmel und die Erde geschaffen hast und alles, was darinnen ist, der du voll Herrlichkeit bist, vollkommen in der Barmherzigkeit, Liebe und Wahrheit, wir, deine Kinder, kommen heute vor dich und flehen in diesem Haus, das wir deinem hochheiligen Namen gebaut haben, um das sühnende Blut deines einziggezeugten Sohnes, damit unsere Sünden uns nie mehr angerechnet werden, sondern dass unsere Gebete zu dir aufsteigen und deinen Thron erreichen, dass wir in deiner heiligen Wohnstätte gehört werden. Möge es dir gnädig gefallen, unser Flehen zu hören und gemäß deiner unendlichen Weisheit und Liebe zu erhören; mögest du gewähren, dass die Segnungen, nach denen wir trachten, uns zuteil werden, ja selbst hundertfach, Wir kommen voll Freude und Dankbarkeit vor dich, mit jubelndem Geist, mit Lobpreisung im Herzen, dass du uns gewährt hast, diesen Tag zu erleben, auf den wir vierzig Jahre lang gehofft, für den wir gearbeitet und gebetet haben, an dem wir dir dieses Haus weihen können, das wir deinem herrlichen Namen gebaut haben. Vor einem Jahr legten wir den Schlussstein und riefen Hosanna Gott und dem Lamm. Und heute weihen wir dir den ganzen Tempel mit allem, was dazugehört, dass er in deinen Augen heilig sein möge, dass er ein Haus des Betens sein möge, ein Haus der Lobpreisung und der Anbetung, dass deine Herrlichkeit darauf ruhen möge, dass deine heilige Gegenwart stets darin sein möge, dass er die Wohnstätte deines geliebten Sohnes sein möge, unseres Erretters, dass die Engel, die vor deinem Angesicht stehen, die geheiligten Boten sein mögen, die ihn besuchen und uns deine Wünsche und deinen Willen überbringen, dass er in allen Teilen dir, dem Gott Israels, dem allmächtigen Herrscher der Menschheit, geheiligt und geweiht sein möge. Und wir bitten dich, dass alle Menschen, die über die Schwelle dieses deines Hauses treten, deine Macht verspüren mögen und sich gedrängt fühlen anzuerkennen, dass du es geheiligt hast, dass es dein Haus ist, eine Stätte deiner Heiligkeit.21 9. James R. Clark, Hg., Messages of the First Presidency of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, 6 Bände, 1965–1975, 3:236 14. The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 337 20. Messages of the First Presidency, 3:242ff. Präsident Woodruff gab diese Anweisungen, um den Heiligen zu helfen, sich auf die Weihung des Salt-Lake-Tempels vorzubereiten. 21. The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 335, |


