Missionare Woodruff
Das Evangelium verkündigen
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Präsident Wilford Woodruff, Der vierte Präsident der Mormonenkirche Lehren von Wilford Woodruff
Wir sind die einzigen Menschen, denen in unserer Zeit das heilige Evangelium, Priestertum und die heiligen Bündnisse anvertraut worden sind, und wir werden dafür zur Rechenschaft gezogen werden, wie wir dies nutzen. Deshalb sollen wir eifrig und treu arbeiten, um den Menschenkindern die große Errettung anzubieten und Zion und das Reich unseres Gottes aufzurichten.11 Wie unbedeutend dieses Volk in den Augen der Welt auch sein mag, der Gott des Himmels überträgt uns die Verantwortung, jeder Nation unter dem Himmel das Evangelium zu predigen. Wir müssen es tun, sonst werden wir verdammt. Wir können dem nicht entgehen. Warum? Weil für uns gilt, was Paulus sagt: „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!“ [1 Korinther 9:16.] Es gibt nur ein Evangelium, es hat nie mehr als eines gegeben und wird nie mehr geben. Paulus sagt: „Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel.“ [Galater 1:8.] Dieses Evangelium, ihr Heiligen des lebendigen Gottes, halten wir in Händen, es wurde uns durch den Dienst von Engeln gesandt, dasselbe Evangelium, das von Adam bis Christus und von Christus bis in unsere Zeit und Generation gelehrt worden ist, immer wenn Gott ein Volk auf der Erde hatte.12 Niemals, seit Gott die Welt geschaffen hat, ruhte eine größere Verantwortung auf einer Gruppe von Menschen, nämlich diese Generation zu warnen, unsere Stimme anhaltend und laut zu erheben, Tag und Nacht, sofern es uns möglich ist, um dieser Generation das Wort Gottes zu verkünden. Das wird von uns gefordert. Das ist unsere Berufung. Es ist unsere Pflicht. Es ist unsere Aufgabe.13 Ich bin durch Sümpfe gewatet und durch Flüsse geschwommen, bin von Tür zu Tür gegangen und habe um Brot gebeten und habe fast fünfzig Jahre diesem Werk gewidmet. Und warum? Hätte es in Kalifornien genügend Gold gegeben, um mich für diese Arbeit anzuwerben? Nein, gewiss nicht. Was ich getan habe und was meine Amtsbrüder getan haben, das haben wir getan, weil Gott es uns geboten hat. Das ist auch heute unsere Berufung. Wir haben in der Heimat und in der Ferne gepredigt und gearbeitet, und wir wollen, mit Gottes Hilfe, unsere Arbeit fortsetzen, solange es uns möglich ist.14 Ich glaube, dass wir, als Älteste Israels und als Heilige der Letzten Tage, oft nicht annähernd begreifen, welchen Auftrag wir vom Herrn erhalten haben. Das Werk, das von uns gefordert wird, ist groß und mächtig; es ist das Werk des allmächtigen Gottes. Uns obliegt es, allen Nationen der Erde das Evangelium Christi zu bringen. … Uns obliegt all das und darüber hinaus, dass wir dem Allerhöchsten Tempel errichten, worin wir die heiligen Handlungen für die Errettung der Toten vollziehen können.15 Und auch in der Heimat sind wir von vielen umgeben, denen wir predigen müssen, denn das Predigen ist in der Heimat ebenso notwendig wie in der Ferne.16 Wir spüren große Freude, wenn wir anderen helfen, zu Christus zu kommen und auf dem Weg zur Erhöhung voranzugehen. Wenn man einem Menschen die Grundsätze des Lebens und der Errettung nahe bringt und die heiligen Handlungen an ihm vollzieht, wird man zum Werkzeug in der Hand Gottes, um diese Seele zu erretten. Den Menschenkindern ist sonst nichts Vergleichbares gegeben. … Der Herr hat gesagt: „Und wenn es so ist, dass ihr alle eure Tage arbeitet, um dieses Volk zur Umkehr zu rufen, und auch nur eine einzige Seele zu mir führt, wie groß wird eure Freude mit ihr im Reich meines Vaters sein!“ [LuB 18:15.] … Wir haben jeder Nation, jedem Geschlecht, jeder Sprache und jedem Volk das Evangelium gepredigt, soweit der Herr uns Türen geöffnet hat und wir dorthin reisen konnten. Doch die Welt ist heute immer noch voll von Menschen, die das Evangelium Jesu Christi nicht gehört haben. Solange wir das Priestertum tragen, ist es unsere Pflicht und unsere Verantwortung, für die Errettung der Menschenkinder zu arbeiten, soweit es uns möglich ist, den Söhnen und Töchtern Adams diese Gaben zu gewähren. Denkt nur daran: Wenn wir das Evangelium Christi annehmen, können wir Erben Gottes und Miterben Christi werden, an der ersten Auferstehung teilnehmen und aus dem Grab hervorkommen, angetan mit Herrlichkeit, Unsterblichkeit und ewigen Leben, und in die Gegenwart Gottes und des Lammes gelangen und mit ihnen ewig im Himmel wohnen! Wer weiß das schon? Wissen es die Bewohner der Erde? Sie wissen es nicht. … Ich erkenne selbst, dass wir in allem auf den Herrn angewiesen sind. Der Herr bewahrt uns. Er ist der Urheber unserer Errettung. Jesus Christus hat sein Leben niedergelegt, um uns durch sein Blut zu erlösen, und nur dadurch sind uns diese Segnungen gegeben. … Es gibt keine Berufung, die größer ist als die, das Recht und den Vorzug zu genießen, hinauszugehen und Menschenseelen zu erretten – sie zu erretten, indem man ihnen das Evangelium predigt, indem man die heiligen Handlungen des Hauses Gottes an ihnen vollzieht, damit sie selbst bereit sind, in das Himmelreich und die celestiale Herrlichkeit einzugehen. … Ich denke oft, dass wir die Segnungen, deren wir uns erfreuen und die für uns erreichbar sind, überhaupt nicht zu schätzen wissen. Unser Herz muss sich dem Aufbau des Reiches Gottes, dem Aufbau Zions, dem Werk Gottes widmen, solange wir hier sind und die Kraft haben, das zu tun. Als Präsidentschaft und als Apostel ist es unsere Pflicht, nicht nur selbst zu arbeiten, sondern auch die Ältesten Israels zu den Nationen der Erde hinauszusenden, damit sie das Evangelium verkünden. In vielen Nationen haben sich Türen geöffnet, sodass das Evangelium Christi verbreitet werden kann und Menschen zu Christus gebracht werden, damit sie diese Segnungen erlangen können.17 Ich habe fast mein ganzes Leben in der Kirche verbracht. Seit ich mich der Kirche angeschlossen habe, bin ich immer wieder auf Mission gewesen und habe vom ersten Tag an bis heute nicht gänzlich damit aufgehört. Ich hatte immer Freude daran, und das ist auch heute noch so. Wenn ich sterbe und meinen Körper niederlege, soll niemand sagen können, ich hätte meine Pflicht vernachlässigt und nicht versucht, ihm soweit es mir möglich war die Errettung zu bringen. Es hat mir immer Freude gemacht, das Evangelium zu predigen und die heiligen Handlungen des Lebens und der Errettung in der Heimat und in der Ferne zu vollziehen, weil ich wusste und heute noch weiß, dass dies das Werk Gottes ist.18
Trachtet durch Glauben, Gebet und Demut nach Weisheit und dem Geist Gottes, der euch in all euren Bemühungen anleitet. Weisheit gehört zu den größten Gaben Gottes, und die Stimme der Weisheit sagt uns nicht, dass wir unsere Zeit damit verbringen sollen, gegen die Religionsgemeinschaften unserer Zeit Krieg zu führen, den Ansichten der Menschen zu widersprechen und andere Religionen lächerlich zu machen, denn damit schneiden wir die Ohren unserer Zuhörer ab und verriegeln ihr Herz gegen das Licht und die Wahrheit. Ihre Ansichten und ihre Religion sind ihnen ebenso teuer wie unsere uns teuer sind. … Verkündet die Errettung – in Sanftmut und Demut, mit der Macht der ewigen Wahrheit und Weisheit, des Lichts und der Erkenntnis, die in den ersten Grundsätzen des Evangeliums Jesu Christi verborgen sind. Jedes Mitglied der Kirche soll das Ziel haben, die Grundsätze des Evangeliums in die Praxis umzusetzen. Es gibt keinen besseren Weg, die Welt von der Wahrheit dieser Grundsätze zu überzeugen, als durch unsere Taten und unseren Umgang miteinander und mit allen Menschen zu zeigen, welche erhebende Wirkung sie auf uns haben. Unser Glaubensbekenntnis ist anspruchsvoll. Dementsprechend groß ist der Anspruch an uns, ein reines Leben zu führen.21 Das ganze Geheimnis unseres Erfolgs, was die Bekehrung angeht, ist, dass wir dasselbe Evangelium in seiner Einfachheit und Klarheit predigen, das Jesus gepredigt hat, und dass der Heilige Geist auf denen ruht, die es annehmen, ihr Herz mit unaussprechlicher Freude erfüllt und sie dadurch eins werden. Dann wissen sie selbst, ob die Lehre von Gott oder von Menschen stammt.22 Wie konnten hunderte und tausende von Ältesten Israels … die Kraft haben, hinauszugehen und das Evangelium zu predigen und die Söhne und Töchter Adams zu überzeugen? Es geschah durch die Macht Gottes. Kein Ältester in der Kirche hatte Macht, hinauszugehen und den Willen Gottes zu tun, außer durch die Macht Gottes. Wenn wir Macht haben, dann stammt sie von Gott. Ihm müssen wir in allem vertrauen.23 Wenn jemand, der Vollmacht hat, das Evangelium predigt, verheißt er allen, die glauben und gehorchen, im Namen Jesu Christi, dass ihnen der Heilige Geist gegeben wird. Kraft dieser Verheißung können sie selbst wissen, ob die Lehre von Gott ist oder von einem Menschen. Geht ein nicht bevollmächtigter Mann hinaus und gibt vor, dasselbe Evangelium zu predigen, dann kann seine Lehre durchschaut werden, wie fähig und talentiert er auch sein mag, weil sich die Verheißungen, die denen folgen sollen, die an Christus glauben, nicht erfüllen; der Heilige Geist, der dem Menschen seine Gaben schenkt, wird nicht empfangen, und somit wird der Irrtum dieser Lehre, die vom Menschen stammt, offenbar, sodass sich niemand täuschen lassen muss.24 Wenn ihr den Heiligen Geist nicht bei euch habt, wenn ihr hinausgeht, um das Evangelium zu predigen, könnt ihr eure Pflicht nicht erfüllen, aber wenn ihr ihn habt, seid ihr sicher, wohin ihr auch geht, und eure Worte werden im Herzen der Aufrichtigen und Sanftmütigen Wirkung zeigen.25 Das Alter dessen, der das Evangelium predigt, spielt keine Rolle, ob er nun fünfundzwanzig, neunzig oder fünfhundert Jahre alt ist, wichtig ist nur, dass er vom Geist und der Macht Gottes inspiriert ist.26 Möge der Herr uns vorangehen, uns den Weg bereiten und bewirken, dass wir das Herz der Menschen erreichen, damit Gutes getan wird und das Reich Gottes sich weiter entfaltet.27 Anmerkungen10. The Discourses of Wilford Woodruff, Hg. G. Homer Durham, 1946, Seite 259 12. Millennial Star, 28. November 1895, Seite 755 17. Millennial Star, 14. Mai 1896, Seite 307ff. |


