Mormonenkirche.org Rotating Header Image

Das Buch Mormon und DNA-Beweise

mormonKritiker mögen glauben, dass DNA-Tests zum Buch Mormon den Glauben der Mormonen völlig untergraben. Tatsächlich muss aber festgestellt werden, dass einige zugrundeliegende Annahmen zu falschen Schlussfolgerungen geführt haben können. Die Kontroverse ergibt sich aus DNA-Untersuchungen an Ureinwohnern Amerikas. Kritiker behaupten, dass diese Untersuchungen stichhaltig beweisen, dass Behauptungen im Buch Mormon unmöglich wahr sein können.

Was haben DNA-Tests and amerikanischen Ureinwohnern nun mit dem Glauben der Mormonen zu tun? Ein kurzer Blick auf Themen, die im Buch Mormon angesprochen werden, werden dies verdeutlichen.

Das Buch Mormon ist eine religiöse Schrift, die 1830 von Joseph Smith veröffentlicht wurde. Joseph Smith war der Gründer und Prophet der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage – auch unter dem inoffiziellen Namen Mormonenkirche bekannt. Das Buch Mormon berichtet von drei Auswanderungen aus Regionen des Nahen Ostens (z.B. Jerusalem) nach dem Amerikanischen Kontinent. Die bekannteste im Buch Mormon beschriebene Auswanderung fängt mit der Familie eines Mannes namens Lehi an. Es ist etwa 600 v. Chr., als Lehi und seine Familie Jerusalem verlassen und in Richtung eines unbekannten „Landes der Verheißung“ die Segel setzen. Sie landen in Amerika. Der genaue Landungsort ist nicht bekannt.

Wir sehen hier also ganz klar, dass das Buch Mormon behauptet, dass zumindest ein Teil der Ureinwohner Amerikas Vorfahren haben müsste, die aus dem Nahen Osten kamen. Die Kontroverse fing damit an, als DNA-Tests zeigten, dass einige der Ureinwohner ostasiatischer Abstammung sind. Die Kritiker glauben nun, dass diese Tests beweisen, dass das Buch Mormon unmöglich ein tatsächlicher Bericht von Ureinwohnern Amerikas sein kann. Diese Schlussfolgerungen basieren aber auf inoffiziellen und persönlichen Annahmen über die geographische Zuordnung der im Buch Mormon dargestellten Ereignisse. Man muss bedenken, dass das Buch Mormon als Heilige Schrift geschrieben wurde, und nicht als ein Bericht über die geographischen und demographischen Fakten über die alten Bewohner Amerikas.

Viele Mormonen und Nichtmormonen haben das Buch gelesen und dann Schlussfolgerungen über die Anzahl und die Orte der Stämme im Buch Mormon gezogen. Dabei wurde oft angenommen, dass keine anderen Menschen auf dem Amerikanischen Kontinent lebten als Lehi und seine Gruppe ankamen.

Aufgrund dieser falschen Vorstellung könnte man leicht zu der Vermutung gelangen, dass alle menschlichen Bewohner Nord- und Südamerikas Nachkommen Lehis und seiner Frau sind; mit dieser Annahme könnte man sich auch leicht vorstellen, dass diese Gruppe Menschen und ihre Bewegungen die gesamte westliche Hemisphäre umfasst haben. Wenn diese zugrundeliegenden Annahmen gerechtfertigt wären, dann müssten logischerweise alle alten Bewohner Amerikas und ihre Nachkommen genetisch auf den Nahen Osten hinweisen, da Lehi und seine Gruppe von dort kam.

Da aber die Vorstellung, dass Lehis Gruppe die einzige war, die die gesamt Westliche Hemisphäre entdeckt und bevölkert und sich in ganz Süd-, Mittel- und Nordamerika ausgebreitet hat, sehr unwahrscheinlich ist, dürfen wir sie nicht als Tatsache ansehen. Nach Expertenmeinung ist es wahrscheinlicher, dass Lehi und seine Familie lediglich ein kleiner Zuwachs zu einer großen Bevölkerung war, die bereits in Amerika existierte. Man nimmt an, wenn es auch nicht sicher ist, dass die Bevölkerung, die im Buch Mormon beschrieben wird, auf Mittelamerika beschränkt war und sich damit nur über einige hundert Kilometer erstreckte, nicht über einige tausend Kilometer.

Seit mehr als fünfzig Jahren haben diejenigen, die sich ernsthaft mit dem Buch Mormon befassen, diese geographischen Begrenzungen verstanden, wenngleich die meisten Mormonen das Buch sowieso nur als spirituelle und heilige Lehrschrift gelesen haben – was es ja auch ist – ohne sich über die ungenauen geographischen Angaben in den prophetischen Schriften tiefe Gedanken zu machen.

Wie bereits vorher erwähnt, ist das Buch Mormon als spiritueller Text geschrieben worden, nicht als Buch über Abstammungen oder topographische Informationen. Man muss außerdem bedenken, dass der größte Teil des Buches Mormon einen begrenzten Zeitraum behandelt, nämlich von ca. 600 v.Chr. bis ca. 400 n. Chr. Es ist kaum mit Sicherheit festzustellen, in welchem Umfang und in welchem Gebiet die Menschen im Buch Mormon das Land bevölkert haben. Eine wichtige Tatsache ist aber im Text des Buches enthalten. Um etwa 400 n.Chr. wird mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Laufe von Antichristlichen Kriegen ausgelöscht. Zwar haben Hunderttausende von diesem alten Stamm überlebt, aber diese Zahl muss in die richtige Perspektive gerückt werden, bevor man Schlussfolgerungen darüber ziehen kann, welche Auswirkung diese einzelne Gruppe auf die heutige Bevölkerung der Eingeborenen Amerikas gehabt haben soll. Wenn wir bestimmte Regionen des Amerikanischen Kontinents betrachten, wird uns bewusst, was für eine kleine Zahl „Hunderttausende“ wirklich sind. Wenn wir den Amerikanischen Kontinent nicht als ganzes betrachten, sondern nur kleine Regionen der Vereinigten Staaten, bekommen wir eine Vorstellung, was für ein winziges Gebiet die Völker des Buches Mormon bewohnt haben mögen. Die größte Stadt der USA ist New York City im Staate New York. Es hat 8.085.742 Einwohner. Die zweitgrößte Stadt ist Los Angeles in Kalifornien mit 3.819.951 Einwohnern. Selbst Tucson in Arizona hat 507.658 Einwohner. Betrachten wir als nächsten eine Stadt in Südamerika: Buenos Aires in Argentinien hat 12.439.000 Bewohner. Die Einwohnerzahlen für den Amerikanischen Kontinent sind mit dem Stand von 2006 folgende: Nordamerika hat 331.473.276 Einwohner, Mittelamerika 144.550.714 und Südamerika 370.118.282.

Jesus Christ in Book of MormonMan kann sich diese Zahlen zwar kaum richtig vorstellen, aber sie sind ein wichtiger Maßstab, wenn wir uns vorstellen wollen, wie klein die Gruppe war, die von der Bevölkerung im Buch Mormon übriggeblieben war, besonders wenn wir bedenken, dass der größte Teil Mittelamerikas, Südamerikas und ein beträchtlicher Teil Nordamerikas die heutigen Nachkommen der alten Ureinwohner Amerikas ausmachen.

Im Gegensatz zu 400 n.Chr. haben die Städte heute Massen-Wohnviertel, wodurch mehr Einwohner als jemals zuvor auf einem Quadratkilometer leben können. Eine weitere wichtige Tatsache ist die, dass es mit einer ständig wachsenden Bevölkerung heute mehr Menschen auf der Erde gibt als jemals zuvor. Wenn man also die jährlich exponential anwachsende Bevölkerung in Amerika betrachtet, kann man leicht verstehen, wie die DNA einer Gruppe, die um 400 n. Chr. lediglich „Hunderttausende“ zählte, in der Bevölkerungszunahme der letzten 1.600 Jahre völlig untergehen würde.

Es gibt nichts im Buch Mormon, was durch die DNA-Studien unterminiert wird. Das Buch Mormon steht nicht den wissenschaftlichen Theorien entgegen, dass die meisten Uneinwohner Amerikas aus Nordostasien stammen sollen. Das Buch Mormon behauptet nur, dass es die Schriften einiger bestimmter Menschengruppen enthält, die in einem begrenzten Zeitraum in die Westliche Hemisphäre eingewandert sind und dort gelebt haben.

Um zu zeigen, dass DNA –Tests diesen Behauptungen entgegenstehen, müsste man beweisen, dass es von 600 v.Chr. bis 400 n.Chr. auf der Westlichen Erdhälfte nie eine Gruppe Menschen gegeben hat, die aus dem Nahen Osten stammte. Natürlich wäre es fast unmöglich, einen solchen Beweis anzutreten.

Die Schlussfolgerungen lassen uns somit dort stehen, wo uns die Verfasser des Buches Mormon stehen sehen wollen – nämlich im Bereich des Glaubens. Die Mormonen glauben, dass das Buch von Propheten in alter Zeit geschrieben wurde, die über ihren Glauben und über die Worte des Herrn Aufzeichnungen geführt haben. Genauso wie den Propheten im Alten und im Neuen Testament wurden ihnen Offenbarungen und Anweisungen direkt von Gott gegeben. Und diese wurden zum Nutzen und Lernen zukünftiger Generationen niedergeschrieben, damit ihre Nachkommen glauben mögen, dass Jesus Christus der lebendige Sohn Gottes und der Erlöser der Welt ist.

Der einzige Weg, wie man wirklich mit Überzeugung wissen kann, ist der, dass man das Buch Mormon liest und Gott fragt, ob es wahr ist. Alle anderen Versuche werden nur zu unsicheren Ergebnissen führen. Wenn Gott der Verfasser des Buches ist, dann werden demütige Wahrheitssucher eine Bestätigung von Ihm bekommen, dass das Buch wahr ist.

Um ein Gratisexemplar des Buches Mormon zu bekommen, besuchen Sie, bitte, die offizielle Website der Mormonenkirche.

Leave a Reply